Trapez Segeln – die hohe Kunst des Segelns verbunden mit Akrobatik

Trapez-Segeln am Schliersee

Um bei viel Wind das Umkippen mit dem Segelschiff zu vermeiden, hängt man sich mit seinem ganzen Gewicht auf die Seite hinaus, woher der Wind bläst. Mit diesem Gewichtstrimm versucht man also dem Winddruck entgegen zu wirken. Da sich das aufrichtende Moment vergrößert, umso weiter die Person weg vom Schwerpunkt des Schiffs ist, hat man das Trapez erfunden. Nun kann man sich an einem dünnen Draht befestigt auf die Seite vom Boot stellen und hängt mit seinem Gewicht quasi außerhalb vom Schiff.

 


Foto: freigegeben von DNA – hier ein Beispiel vom A-Cat Segeln in Holland

http://dnaperformancesailing.com/our-boats/dna-f1-a-cat/#1455809505564-5a2ae727-c3f490f5-6587

Dieses Trapez-Segeln vergisst niemand mehr. Einmal gehört Mut dazu, sich auf einen dünnen Draht zu verlassen, dann Können um sich auch wieder an Bord zuziehen. Wer selber einmal wenige Zentimeter über dem Wasser im Trapez stand, hat sicherlich diesen einzigartigen Geschwindigkeitsrausch erlebt. Man „fliegt“ über das Wasser, fühlt sich leicht und glaubt in diesem Moment die Urkräfte Wind und Wasser zu beherrschen.

Das sportliche Momentum
Das sportliche Moment beim Trapez-Segeln am Schliersee liegt nun darin, dass der Wind oft dreht, sich oft Turbulenzen bilden und es immer wieder Fallböen gibt (also der Wind vom Berg kommt und es keine Anzeichen hierfür aus der Wasseroberfläche gibt). Da ist es von Vorteil, dass sich der See schnell erwärmt. Eh man sich versieht, hängt man so mit dem Hintern im Wasser oder duscht kurz.

Beim A-Cat (Einhand Katamaran) muss nun der Steuermann steuern, die Großschot bedienen, ins Trapez steigen, das Segel trimmen und Wind und Umgebung beobachten. Das ist sehr kurzweilig.
Da man hierbei beide Körperhälften gleichmäßig belastet und sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand steuert und ziehen muss , ergibt sich also ein perfektes Training für die körperliche Balance. Zudem werden mit dieser Komplexität beide Gehirnhälften beansprucht.

Bei größeren Schiffen braucht es kein Trapez

Bei größeren Schiffen wie den Yachten ist das ganz anders. Dort gibt es kein Trapez. Den Gewichtstrimm übernimmt dort der Kiel. Dieser ist mit Blei gefüllt und richtet das Schiff immer wieder auf. Die Yacht ist unkenterbar. Auf diesen großen Schiffen gibt es auch keine Pinne, sondern ein Ruder. Der Steuermann spürt daher wenig vom sich ändernden Ruderdruck bei einer Bö, da das Ruder über eine Kette mit dem Steuerrad verbunden ist. Nur die Bediener der Schoten spüren den sich ändernden Druck in den Händen. Dabei ist – ähnlich wie beim Kartfahren – das Hinterteil oft die sensibelste Stelle, an der sich Änderungen und Kräfte vom Schiff gut spüren lassen.

Das Trapez-Segeln klingt so einfach und sieht noch einfacher aus. Daher kann ich nur jedem Sportfan raten, es zu probieren. Allerdings sollte man furchtlos sein und gut Schwimmen können.

Foto: DNA mit freundlicher Genehmigung
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