Wohin im Hochwinter?

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Schliersee im Hochwinter mit Brecherspitz und Schwarzeis Foto: Johannes Rossteuscher

Im Hochwinter ist das so eine Sache. Während bei Herbert Achternbusch in gleichnamigen Film Wohin? eine Reise in die Unbestimmtheit beginnt, ist es im bayerischen Hochwinter relativ einfach:
> auf die Piste zum Ski Alpin – was am Wochenende bekanntlich viele tun.
> zum Langlaufen – das ist mir ein wenig zu langweilig.
> zum Eishockey – auf einen spiegelglatten Schliersee – mit Schwarzeis – ein Genuß.

Wer einmal so ein Schwarzeis bei dieser Kulisse am Schliersee erlebt hat, den wird es immer wieder dorthin ziehen.
Am Samstag war ich zunächst beim typischen Wochenendeinkauf. Um 13:00h habe ich mir die Webcams vom Schliersee angeschaut und tatsächlich habe ich erste Menschen beim Schlittschuhlaufen gesehen.
Als ab ins Auto und auf zum Schliersee.

Tatsächlich war dort Schwarzeis – also Spiegeleis ohne Schnee und sonstige Spuren. Da der Schliersee künstlich belüftet wird, und sich erst einige Tage nach dem Ausschalten der Belüftungspumpe der See vollständig zufriert, hat die Eisbildung erst nach dem Schneefall eingesetzt.

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Schliersee im Hochwinter mit Kirche St. Sixtus und Schwarzeis Foto: Petra Rossteuscher

Warum muss ein Alpensee mit Trinkwasserqualität eigentlich belüftet werden?
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, warum der Schliersee trotz vier Zuläufen und Ringkanalisation eigentlich eine künstliche Belüftung braucht?
Liegt dies an der vielen Munition die dort am Ende des 2. Weltkriegs versenkt wurde? Oder ist was anderes Giftiges in den See gelangt?
Vielleicht wäre das Entfernen von solchen Alt Chemikalien sinnvoller als eine ständige Belüftung?
Es gibt heute so interessante Möglichkeiten eine See biologisch zu reinigen: den Schlamm absaugen, den Oberflächendreck absaugen, das Wasser informieren: das hat am Bodensee und Genfersee funktioniert und ist ein Tabu weil es vieles in der Wissenschaft in Frage stellt. Hierzu sei ein Link erlaubt: https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_Heim

Zurück zum Eislaufen:
am Samstag waren kaum Leute auf dem Eis. Das Eis war so ca. 5 cm dick gefroren und hat halt noch oft geknackst. Wir sind in der Nähe vom Strandbad – also am Ostufer gelaufen. Da der Schliersee in verschiedenen Etappen zufriert, haben sich zwischen Strandbad und Schiffshütte vom Bootsverleih Lauber die beiden großen Eisschollen zusammen geschoben. Zum Teil war dieser Spalt noch offen, zum Teil schon gefroren. Beim Versuch vom Schlierseerhof Richtung Kurzentrum zu laufen, bin ich dann auf die andere Seite gesprungen und kurz ins Wasser eingebrochen. Bis zu Hüfte wurde ich nass. Ich habe dann die Nässe einfach ignoriert und bin noch eine Stunde weiter Schlittschuh gefahren. Tibetische Mönche können sich so konzentrieren, dass nasse Kleidung binnen Sekunden trocknet. Naja, soweit bin ich noch nicht.

Heute am Sonntag war ich dann um 12:00h auf dem Eis: – zum Eishockey spielen.
Bei strahlend blauen Himmel, Lufttemperatur im Minus Bereich (obwohl es leichten Föhn gab und um München herum sich die klassische Inversionswetterlage einstellt), spiegelglatten Eis und netten Mitspielern.
Das ist wie ein Geschenk.

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Eishockey am Schliersee auf spiegelglattem Eis mit den Gebrüdern Rossteuscher Foto: Petra Rossteuscher

Fazit von den beiden Ausflügen:
zwei kleine Cuts am rechten Schienbein(Einbruch ins Eis und Stockschlagen), eine Prellung am linken kleinen Finger (Stockschlagen) und ernüchternde Fotos über die eigene Fitness und Beweglichkeit.

In den nächsten Tagen werde ich versuche einen Club Kameraden zum Eissegel zu animieren. Nach 16:00 h – wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet, setzt am Schliersee eine leichte Thermik ein. Das reicht zum Eissegeln.

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