Ein Rückblick auf die Segelsaison 2018

Eine seltsame Segelsaison ist nun fast vorbei. Angefangen hat sie/alles ganz gut. Im März habe ich die Theorieprüfung für den SKS abgelegt und wollte mich anschließend um meinen A-Cat kümmern. Der A-Cat sollte im Frühjahr endlich lackiert werden. Mein Schwager, immerhin Lackierer von Beruf, hat mir erste Tipps gegeben, wie das mit dem Abschleifen geht. Dann haben wir zusammen geschliffen, gespachtelt, wieder geschliffen, nochmals gespachtelt usw.  Macht Spaß, verzögert sich aber immer, wenn man im Freien arbeitet. Deswegen waren wir auch erst im Mai fertig – und nicht wie geplant an Ostern.

Eigentlich wollte ich nach Ostern fertig sein. Irgendwie zog sich das bis Ende Mai hin. Und im Juni stand ja bereits die Regatta zum Blauen Band 2018 am Schliersee an. Ich wollte doch wenigstens den Titel verteidigen.

Foto: Andreas Rossteuscher     A-Cat angeschliffen, gespachtelt und geschliffen

 

Foto: Andreas Gurschik          A-Cat grundiert in Silber – wie ein Silberpfeil nur leichter

 

Foto: Andreas Gurschik A-Cat lackiert in metallic blau mit A-Cat Klassenzeichen

 

Foto: Andreas Rossteuscher A-Cat neu lackiert am Schliersee

Irgendwie haben wir das dann noch hingebracht, trotz einem leichten Transportschaden, den länger dauernden Trocknungsphasen und dem Polieren. Ich war stolz auf ein so schickes Schiff.

Der A-Cat segelt wieder am Schliersee

Immerhin: am 31. Mai war es so weit, der A-Cat segelte am Schliersee und ich war stolz auf mein schickes Schiff. Das fast neue Ashby-Segel zog wunderbar und ich fühlte mich auch ganz fit – dank Schilcher Training.

Ich freute mich schon aufs Blaue Band vom Schliersee, das drei Tage später, am Sonntag angesetzt war. Aber ausgerechnet zwei kaputte Toilettenspülung daheim machten mir einen Strich durch die Rechnung. Ich reparierte kurz, doch beim Aufstehen merkte ich schon: das wird am Sonntag nichts mit Segeln. Gut, dass die Toilette wieder ging …

And the Winner is

Das Blaue Band 2018 gewannen dann Kurt Jiptner und Sebastian Westermeier auf einem Dart. Herzlichen Glückwunsch!

Inzwischen lief der Sommer am Chiemsee zur Höchstform auf.

Viel Sonne, Ostwind und warme Wassertemperaturen am Chiemsee. Ein Glück, dass ich an fast allen Wochenenden als Skipper auf den Events von Chiemseeyacht  gebucht wurde. Das ist anspruchsvoll genug, aber man braucht nicht zusätzlich herumzuturnen wie auf dem A-Cat. Am 11. Juli war dann OP – und verlief super. Der Chirurg in Bad Aibling, Prof. Dr. Andreas Thalheimer, ist selbst Segler. Das gibt einem doch gleich ein besseres Gefühl: Wenn der Operateur weiß, wie man ein Vorliek streckt, kriegt er sicher auch mein Zwerchfell wieder hin. Nach wenigen Tagen war ich wieder daheim – und musste mich erstmal mit sechs Wochen Sportverbot abfinden. Vier Wochen machte ich gar nichts, danach half ich ein wenig als Segellehrer aus. Das war zur Abwechslung auch mal schön: Die Kursteilnehmer mussten alles selber machen. Ich durfte nur beobachten und Befehle erteilen.

Foto: Andreas Rossteuscher Segelkurs mit Kindern und Jugendlichen am Chiemsee

Der A-Cat liegt nun  am Chiemsee

Auch als ich wieder halbwegs fit war waren fast alle Wochenenden mit Kursen oder Skippereinsätzen belegt. Eigentlich super – nur mein A-Cat am Schliersee war schon am Austrocknen.

Die geniale Lösung: Ich bekam dank Stephan Kurus die Möglichkeit, mein Boot an den Chiemsee zu legen, auf einen Landliegeplatz im Hafen Bernau / Felden.

Ende September waren dann – nach einem Kurs – optimale Bedingungen.

Der Chiemsee war mit fast 20° noch warm, ein Hoch bescherte uns gleichmäßigen Ostwind mit 4-5 Beaufort. Eine kurze ernüchternde Begegnung am Anfang: Beim Rausfahren traf ich Friedl Liese mit seinem Flyer XL. Das ist ein etwas größerer Cat, als der A-Cat und kann mit Bugspriet und Vorsegel gesegelt werden. Doch Friedl segelte nicht nur mehr Höhe, sondern war auch noch schneller. Zwar hat er etwas mehr Segelfläche, aber dafür stand ich im Trapez….

Aber der kleine Frust war schnell vergessen: Ich segelte mit Kurs Halbwind zwischen Prien  und Bernau und der A-Cat schnurrte wie eine Katze. Wenn das Boot schnurrt, ist das Anlass zur Freude und Anlass zur Sorge zugleich. Es macht Spaß, weil es immer erst ab einer gewissen Geschwindigkeit auftritt. Gleichzeitig kann es nur schnurren, wenn etwas vibriert – und das bremst.

Noch dazu schnurrte es gleich zweimal: von den Schwertern und – etwas höher – von den Ruderblättern.

Was hat das jetzt mit dem schnurrenden Schwert zu tun????

Die ganze Situation hat mir keine Ruhe gelassen. Der Friedl hat gemeint, dass dieses Schnurren auf ganz minimale Vibrationen basiert und kaum bremst. Bzgl. der fehlenden Höhe, meinte er nur, dass ich eine weichere erste und zweite Segellatte brauche. Dabei hat er mir vor zwei Jahren dieses Segel verkauft und auch die Segellatten.

Ich habe dann noch mit Christian Teicher telefoniert. Der ist seit Jahrzehnten A-Cat Segler am Chiemsee und hat sich kürzlich einen A-Cat mit Foils gekauft. Aber zu meinen Recherchen hat Christian Teicher gemeint, dass ich mit meinem alten Alu-Mast einfach keine Chance habe, auch wegen dem fehlenden Twist im Segel. Christian war früher im Tornado-Nationalteam und ist der intellektuellste Segler, den ich am Chiemsee kenne. Also werde ich weiter auf einen Carbon-Masten sparen.

Foto: DNA genehmigt http://dnaperformancesailing.com/our-boats/dna-f1-a-cat/#1455809505564-5a2ae727-c3f490f5-6587

So wie auf dem Bild habe ich mir ein Treffen mit anderen A-Cats immer vorgestellt. Natürlich mit mir im vorderen Boot.

 

Hinterlasse eine Antwort

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>